Lassen Sie Ihre Stimme hören
Anlässlich des 1. Mai möchte die ALEBA an eine Offensichtlichkeit erinnern: Die Arbeitnehmer erwarten keine Symbole, sie erwarten Antworten.
Kaufkraft, Wohnraum, Energiepreise, Qualität der Arbeit, sozialer Dialog, die Zukunft der Arbeit – das sind heute die wirklichen Themen. Sie sind es, die die Gemüter beschäftigen, die Zeitungen füllen und das tägliche Leben von Tausenden von Arbeitnehmern in Luxemburg konkret bestimmen.
Die Lebenshaltungskosten sind für viele nach wie vor zu hoch. Die Debatte über den sozialen Mindestlohn geht zudem über die unmittelbar betroffenen Arbeitnehmer hinaus. Sie wirft eine umfassendere Frage auf, nämlich die nach der Würde der Arbeit und der Fähigkeit jedes Einzelnen, von seiner beruflichen Tätigkeit angemessen zu leben.
Auch die Wohnraumkrise schwächt die Arbeitnehmer weiterhin tiefgreifend. Immer mehr Haushalte wenden einen unverhältnismäßig hohen Teil ihres Einkommens für das Wohnen auf. Hinzu kommt die Frage der Energiepreise, die die Budgets nach wie vor belasten und nach klareren und wirksameren politischen Antworten verlangen.
In diesem Zusammenhang muss der soziale Dialog ernst genommen werden. Er darf nicht nur dann beschworen werden, wenn es gerade passt. Wenn die Tripartite und die großen sozialen Schlichtungen wieder in den Mittelpunkt der Debatten rücken, dann muss die Stimme der Arbeitnehmer auch wirklich berücksichtigt werden.
Die ALEBA wird ihr Engagement fortsetzen, um die Arbeitnehmer im ganzen Land zu verteidigen, in allen Sektoren, in denen sie vertreten ist, und ganz allgemein in allen Fragen, die den Respekt am Arbeitsplatz, die Vergütung, den sozialen Schutz, die Arbeitsbedingungen und die Zukunft der Beschäftigung betreffen.
Natürlich stehen auch die Veränderungen in der Arbeitswelt weiterhin im Mittelpunkt unserer Anliegen. Das Teleworking für Grenzgänger, die Digitalisierung, die künstliche Intelligenz und die Automatisierung werfen große Fragen auf. Doch diese Themen dürfen das Wesentliche nicht vergessen machen: Ein Arbeitnehmer braucht in erster Linie Sicherheit, Respekt, ein angemessenes Einkommen, bezahlbaren Wohnraum und stabile Perspektiven.
An diesem 1. Mai fordert die ALEBA eine klare Neuausrichtung der Prioritäten: Verteidigung der Kaufkraft, Handeln beim Wohnraum, ernsthafte Behandlung der Energiefrage und Wiederherstellung eines glaubwürdigen sozialen Dialogs.
Roberto Mendolia
Präsident der ALEBA