Lassen Sie Ihre Stimme hören
Am 9. Mai feiern wir Europa.
Das Feiern Europas darf jedoch nicht nur darin bestehen, ein Symbol, eine Flagge oder eine gemeinsame Geschichte zu beehren. Es ist auch die Gelegenheit, daran zu erinnern, was Europa konkret für jene darstellen muss, die täglich arbeiten, leben und seinen Wohlstand aufbauen.
Im Luxemburg ist diese europäische Realität Alltag. Einheimische und Grenzgänger, Arbeitnehmer aus vielen Ländern arbeiten gemeinsam in einem tief offenem, mehrsprachigen und vernetzten Land. Diese Vielfalt ist ein Reichtum. Sie ist zugleich eines der konkretesten Gesichter des europäischen Projekts.
Diese Alltags-Europa steht jedoch vor großen Herausforderungen: Lebenshaltungskosten, Wohnraum, Kaufkraft, Arbeitsdruck, Berufswandel, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Umstrukturierungen und wirtschaftliche Unsicherheiten.
Angesichts dieser Realitäten darf Europa nicht nur ein Markt sein. Es muss ein soziales Versprechen bleiben.
Für die ALEBA ist ein starkes Europa ein Europa, das seine Arbeitnehmer schützt. Ein Europa, das menschenwürdige Arbeitsbedingungen, echten Sozialdialog, respektierten kollektiven Vertretungsschutz und einen wirtschaftlichen Wandel gewährleistet, der niemanden zurücklässt.
Fortschritt kann nicht gegen die Arbeitnehmer aufgebaut werden. Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und der Wandel der Unternehmen werden nur nachhaltig sein, wenn sie mit sozialer Gerechtigkeit, Ausbildung, Abstimmung und Respekt einhergehen.
Anlässlich des Europatags bekräftigt die ALEBA ihre Verbundenheit mit dem europäischen Projekt, aber auch ihre Forderung: Europa muss demokratisch, sozial und menschlich sein.
Es muss den Beitrag aller Arbeitnehmer, Einheimischer wie Grenzgänger, anerkennen. Es muss jedem ermöglichen, würdig von seiner Arbeit zu leben. Es muss den Sozialdialog nicht zu einer Formalität machen, sondern zu einem Pfeiler seiner Zukunft.
Europa wird nicht nur in Institutionen oder Zeremonien leben. Es wird in den Unternehmen leben, in den Löhnen, im Wohnraum, in der Ausbildung, in der Solidarität und im Respekt gegenüber jenen, die es täglich vorantreiben.
Diese Europa wird die ALEBA weiterhin verteidigen: ein starkes Europa, weil es gerecht ist, nachhaltiges, weil es sozial ist, und glaubwürdiges, weil es die Arbeitnehmer wirklich schützt.
Roberto Mendolia,
Präsident der ALEBA